Knieerkrankung

Kniearthrose –
gelenkerhaltend
behandeln in Graz

Kniearthrose bedeutet nicht automatisch ein künstliches Gelenk. Mit einer genauen Analyse von Knorpel und Beinachse lassen sich Beschwerden oft über Jahre lindern und der Gelenkersatz hinauszögern. Dr. Maurer setzt in Graz auf gelenkerhaltende Verfahren – von der ACP-Infiltration bis zur Achskorrektur. Ist der Verschleiß zu weit fortgeschritten, kann auch eine Prothese die beste Lösung sein.

Auf einen Blick
  • Verschleiß des Gelenkknorpels
  • Gelenkerhalt vor Gelenkersatz
  • Achskorrektur bei Fehlstellung
  • ACP- & Hyaluron-Infiltration
  • Teil- oder Totalprothese bei Bedarf
  • Wahlarzt – Kassenerstattung möglich
Was ist Kniearthrose?

Bei der Kniearthrose (Gonarthrose) baut sich der schützende Gelenkknorpel zunehmend ab – das Knie verliert seine reibungsarme Gleitfläche.

Der gesunde Gelenkknorpel überzieht die Knochenenden im Knie als glatte, elastische Schicht und ermöglicht ein nahezu reibungsfreies Gleiten. Bei der Arthrose wird dieser Knorpel dünner, rauer und schließlich stellenweise vollständig abgerieben. Der Gelenkspalt verschmälert sich, der Knochen reagiert mit Verdichtung und Randanbauten (Osteophyten). Was als gelegentlicher Belastungsschmerz beginnt, kann sich über Jahre zu einem dauerhaften, bewegungseinschränkenden Beschwerdebild entwickeln.

Kniearthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen überhaupt. Sie betrifft nicht nur ältere Menschen: Nach Verletzungen wie einem Kreuzband- oder Meniskusriss kann sie sich auch deutlich früher entwickeln (posttraumatische Arthrose). Häufig ist nur ein Teil des Gelenks betroffen – meist der innere (mediale) Anteil –, besonders dann, wenn eine X- oder O-Bein-Fehlstellung die Last ungleichmäßig verteilt.

Entscheidend ist die Erkenntnis: Eine Arthrosediagnose bedeutet nicht zwangsläufig eine Prothese. Gerade bei jüngeren, aktiven Patientinnen und Patienten und bei nur teilweise betroffenem Gelenk gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das eigene Gelenk zu erhalten und die Beschwerden gezielt zu behandeln.

Abbildung der Kniearthrose mit verschmälertem Gelenkspalt
Skizze: gesundes Kniegelenk im Vergleich zur Arthrose mit verschmälertem Gelenkspalt und Knorpelabrieb.
Fakten zur Kniearthrose
UrsacheKnorpelverschleiß
LeitsymptomAnlauf-/Belastungsschmerz
RisikofaktorenFehlstellung, Übergewicht
DiagnoseKlinik + Röntgen
ZielGelenkerhalt
KonservativPhysio, ACP, Hyaluron
OperativAchskorrektur, Prothese
Erkennen

Symptome der Kniearthrose

Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und nehmen über Jahre zu.

  • Anlaufschmerz

    Schmerzen zu Beginn einer Bewegung – etwa beim Aufstehen –, die sich nach einigen Schritten bessern.

  • Belastungs- und Treppenschmerz

    Beschwerden beim Bergab- und Treppensteigen sowie nach längerer Belastung.

  • Schwellung & Steifigkeit

    Wiederkehrende Schwellungen (Reizerguss) und ein Steifigkeitsgefühl, besonders morgens.

  • Bewegungseinschränkung

    Zunehmend eingeschränkte Streckung und Beugung, teils mit hör- und fühlbarem Reiben.

Ursachen

Warum entsteht Arthrose?

Selten ist eine einzelne Ursache verantwortlich – meist wirken mehrere Faktoren zusammen.

Eine zentrale Rolle spielt die Beinachse: Bei O-Beinen (Varus) wird die Innenseite, bei X-Beinen (Valgus) die Außenseite des Knies überlastet. Dadurch verschleißt der Knorpel einseitig schneller. Weitere wichtige Faktoren sind frühere Verletzungen – ein nicht versorgter Meniskus- oder Kreuzbandschaden erhöht das Arthroserisiko deutlich.

Hinzu kommen Übergewicht, das die Gelenkbelastung vervielfacht, dauerhafte berufliche oder sportliche Spitzenbelastungen, entzündliche Gelenkerkrankungen sowie eine erbliche Veranlagung. Die genaue Ursachenanalyse ist die Grundlage jeder erfolgreichen Behandlung.

Früh handeln lohnt sich

Je früher eine Fehlstellung oder ein Knorpelschaden erkannt wird, desto mehr gelenkerhaltende Optionen stehen zur Verfügung. Anhaltende Knieschmerzen sollten daher nicht über Monate ignoriert werden.

Diagnostik

Genaue Diagnose – die Basis jeder Therapie

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch und die klinische Untersuchung: Bewegungsumfang, Druckpunkte, Bandstabilität und die Beurteilung der Beinachse im Stehen. Diese Befunde geben bereits wichtige Hinweise darauf, welcher Gelenkanteil betroffen ist.

  • Röntgen unter Belastung – das Standbein-Röntgen zeigt den tatsächlichen Gelenkspalt unter Last und macht eine Fehlstellung sichtbar.
  • Ganzbeinaufnahme – zur exakten Vermessung der Beinachse, unverzichtbar vor einer geplanten Achskorrektur.
  • Rosenberg-Aufnahme – Röntgen in 45°-Beugung unter Belastung; zeigt den posterioren Gelenkspalt, der im klassischen Standbild oft noch unauffällig wirkt.
  • MRT – beurteilt Knorpel, Menisken und Bänder und erkennt frühe Schäden, die im Röntgen noch nicht sichtbar sind. Bei bereits im Röntgen deutlich sichtbarer Arthrose ist ein MRT in der Regel nicht erforderlich.

Aus diesen Befunden ergibt sich ein präzises Bild: Welcher Teil des Gelenks ist betroffen, liegt eine korrigierbare Fehlstellung vor, und welche Strukturen sind noch erhaltenswert? Genau diese Fragen entscheiden darüber, ob ein gelenkerhaltendes Vorgehen sinnvoll ist.

Konservative Therapie

Gelenkerhalt ohne Operation

In vielen Fällen lassen sich Arthrosebeschwerden über lange Zeit ohne Operation kontrollieren. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu erhalten und das Fortschreiten zu verlangsamen. Dr. Maurer kombiniert dafür mehrere Bausteine individuell.

Physiotherapie & Muskelaufbau

Eine kräftige, gut koordinierte Oberschenkelmuskulatur entlastet das Gelenk und stabilisiert es – die wichtigste Grundlage jeder Arthrosebehandlung.

ACP-Infiltration (Eigenblut)

Aus körpereigenem Blut gewonnenes, plättchenreiches Plasma (ACP) wird ins Gelenk eingebracht, um Reizzustände zu beruhigen und die Knorpelumgebung zu unterstützen.

Hyaluronsäure

Als „Gelenkschmiere" kann Hyaluronsäure die Gleitfähigkeit verbessern und Beschwerden bei beginnender bis mittelgradiger Arthrose lindern.

Lebensstil & Hilfsmittel

Gewichtsreduktion, gelenkschonende Bewegung (Rad, Schwimmen) und – wo sinnvoll – Einlagen oder Orthesen ergänzen das Konzept wirkungsvoll.

Gelenkerhaltende Chirurgie

Achskorrektur – das eigene Gelenk bewahren

Wenn die Arthrose vor allem einen Gelenkanteil betrifft und eine Beinfehlstellung vorliegt, ist die Umstellungsosteotomie (Achskorrektur) oft die ideale Lösung – besonders für jüngere, aktive Patientinnen und Patienten, für die ein künstliches Gelenk noch nicht infrage kommt.

Umstellungsosteotomie

Arthrose ist nicht gleich Prothese

Bei der Achskorrektur wird die Beinachse durch einen gezielten Knochenschnitt am Schienbein (oder Oberschenkel) neu ausgerichtet. Dadurch verlagert sich die Last vom abgenützten auf den noch gesunden Gelenkanteil.

So lässt sich der Verschleiß bremsen, der Schmerz reduzieren und ein Gelenkersatz häufig um viele Jahre hinauszögern – bei Erhalt des eigenen, natürlichen Gelenks. Die Indikation hängt von Achse, betroffenem Kompartiment, Alter und Anspruch ab und wird sorgfältig geplant.

Begleitend können – falls erforderlich – arthroskopische Maßnahmen am Meniskus oder Knorpel im selben Eingriff erfolgen. So wird nicht nur das Symptom, sondern die zugrunde liegende mechanische Ursache adressiert.

Abbildung der Umstellungsosteotomie
Skizze: Prinzip der Umstellungsosteotomie – Lastverlagerung vom verschlissenen auf den gesunden Gelenkanteil.
Zur Achskorrektur-OP in Graz
Gelenkersatz

Wenn der Gelenkerhalt nicht mehr ausreicht

Ist der Knorpel großflächig zerstört und die Lebensqualität trotz aller gelenkerhaltenden Maßnahmen dauerhaft eingeschränkt, kann der Gelenkersatz die beste Option sein. Auch hier gilt: so viel Eigenes wie möglich erhalten.

  • Teilprothese (unikondylärer Ersatz) – Ist nur ein Gelenkanteil betroffen, wird auch nur dieser ersetzt. Bänder und gesunde Anteile bleiben erhalten, das Knie fühlt sich oft natürlicher an.
  • Totalendoprothese (Knie-TEP) – Bei fortgeschrittener Arthrose mehrerer Kompartimente werden die Gelenkflächen vollständig durch ein Implantat ersetzt – ein bewährtes, zuverlässiges Verfahren zur Wiederherstellung von Schmerzfreiheit und Beweglichkeit.
Wichtig zu wissen

Wie viel eigener Knochen bleibt erhalten?

Sowohl bei der Teilprothese als auch bei der Knie-TEP genügt in der Regel ein Oberflächenersatz: Es werden lediglich ca. 10 mm eigener Knochen abgetragen – die Gelenkkonturen bleiben weitgehend erhalten. Der Eingriff ist damit deutlich schonender, als viele Patientinnen und Patienten erwarten.

Welches Verfahren das richtige ist, ergibt sich aus dem individuellen Befund. Dr. Maurer berät offen und ehrlich, welcher Weg im jeweiligen Fall den größten Nutzen bringt.

Zur Knieprothese-OP in Graz
Der rote Faden

Stadiengerecht behandeln – vom Schonen zum Ersetzen

So vielfältig die Behandlungsmöglichkeiten sind, so klar ist der Grundgedanke dahinter: Jede Therapie wird auf das tatsächliche Stadium der Arthrose und auf Ihre persönliche Lebenssituation abgestimmt. Es gibt keinen Automatismus, der von der Diagnose direkt zur Prothese führt. Stattdessen schöpft Dr. Maurer die gelenkerhaltenden Möglichkeiten konsequent aus, bevor über einen Gelenkersatz gesprochen wird.

In frühen Stadien mit erhaltenem Knorpel und nur gelegentlichen Beschwerden stehen Bewegung, Muskelaufbau, Gewichtsmanagement und – bei Reizzuständen – Infiltrationen mit ACP oder Hyaluronsäure im Vordergrund. Ziel ist es, das Gelenk zu beruhigen und das Fortschreiten zu bremsen, ohne den Alltag einzuschränken.

In mittleren Stadien, wenn die Arthrose vor allem einen Gelenkanteil betrifft und eine Fehlstellung der Beinachse vorliegt, rückt die Achskorrektur in den Fokus. Sie ist häufig genau dann der entscheidende Schritt, wenn konservative Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen, ein Gelenkersatz aber noch vermieden werden soll. Gerade aktive Menschen in der Lebensmitte profitieren von dieser Möglichkeit, ihr eigenes Gelenk zu erhalten.

Erst in fortgeschrittenen Stadien, in denen der Knorpel großflächig zerstört ist und die Lebensqualität dauerhaft leidet, wird der Gelenkersatz zum Thema – und auch dann so sparsam wie möglich, etwa in Form einer Teilprothese, wenn nur ein Gelenkanteil betroffen ist.

Was Sie selbst beitragen können

Ein wesentlicher Teil des Behandlungserfolgs liegt in Ihren Händen. Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung hält den Knorpel ernährt und die Muskulatur stark. Jedes Kilogramm weniger Körpergewicht entlastet das Knie spürbar – beim Gehen wirkt ein Mehrfaches des Körpergewichts auf das Gelenk. Auch das Vermeiden langer, einseitiger Belastungsspitzen und der Wechsel zu kniefreundlichen Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen tragen dazu bei, Beschwerden zu reduzieren und das Ergebnis jeder Behandlung langfristig zu sichern. Dr. Maurer bezieht diese Faktoren von Anfang an in die gemeinsame Therapieplanung ein.

Nachbehandlung

Der Weg zurück zur Belastbarkeit

Die Nachbehandlung richtet sich nach dem gewählten Verfahren. Die folgenden Phasen geben einen groben Orientierungsrahmen.

Phase 1

Abschwellen & Mobilisation

Nach einem Eingriff stehen Schwellungskontrolle, frühe Beweglichkeit und – je nach Verfahren – eine angepasste Teilbelastung an Gehstützen im Vordergrund.

Phase 2

Kraft & Gangbild

Schrittweiser Aufbau von Muskelkraft und Koordination, Übergang zur Vollbelastung und Schulung eines physiologischen Gangbildes.

Phase 3

Alltag & Aktivität

Rückkehr zu Alltag und gelenkschonendem Sport. Nach einer Achskorrektur ist die knöcherne Heilung abzuwarten, bevor volle Belastung erlaubt wird.

Langfristig

Erhalt des Ergebnisses

Regelmäßige Bewegung, Muskelpflege und Gewichtsmanagement sichern das Behandlungsergebnis dauerhaft – unabhängig vom gewählten Verfahren.

Häufige Fragen

Fragen zur Kniearthrose

Nein. Viele Patientinnen und Patienten kommen über Jahre ohne Prothese aus. Mit Muskelaufbau, Infiltrationen (ACP, Hyaluronsäure) und – bei Fehlstellung – einer Achskorrektur lässt sich das eigene Gelenk häufig lange erhalten. Ein Gelenkersatz kommt erst infrage, wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und die Lebensqualität dauerhaft leidet.
Bei einseitiger Arthrose mit O- oder X-Bein verlagert die Achskorrektur die Last vom verschlissenen auf den gesunden Gelenkanteil. Das reduziert Schmerzen, bremst den Verschleiß und kann einen Gelenkersatz um viele Jahre hinauszögern – bei Erhalt des eigenen Gelenks. Sie eignet sich besonders für jüngere, aktive Menschen.
Beide Verfahren können Beschwerden bei beginnender bis mittelgradiger Arthrose lindern. ACP (plättchenreiches Eigenblut-Plasma) beruhigt Reizzustände, Hyaluronsäure verbessert die Gleitfähigkeit. Sie ersetzen den Knorpel nicht, können aber Schmerzphasen überbrücken und die Lebensqualität verbessern. Der Nutzen ist individuell unterschiedlich.
Ja – Bewegung ist sogar wichtig, da sie den Knorpel ernährt und die Muskulatur stärkt. Empfehlenswert sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking. Belastungen mit starken Stoß-, Dreh- und Stopp-Bewegungen sollten an den individuellen Befund angepasst werden. Dr. Maurer berät Sie dazu gerne.

Knieschmerzen abklären lassen

Lassen Sie Ihre Arthrose individuell beurteilen und alle gelenkerhaltenden Optionen prüfen. Termin bei Dr. Maurer in Graz – Wahlarzt.

Weitere Erkrankungen

Weitere Kniebeschwerden

Dr. Maurer behandelt das gesamte Spektrum der Kniechirurgie in Graz.